AKTIV NATUR • So wird ein Haus gebaut

Ein Rahmenwerk aus Holzständern bildet dabei üblicherweise die Basis, das „Grundgerüst“ des Hauses und wird mit gepressten Strohballen als Ausfachung gefüllt. Die zwischen zwei Holzständer gepressten Strohballen bilden dann – natürlich entsprechend verputzt – die Haus- und Raumwände. Was hier entsteht, ist so stabil, dass es sogar Dachlasten tragen kann. – Wie jede anders konstruierte Wand auch. Nur speziell gepresste Strohballen, zum Beispiel aus Weizen, kommen allerdings für den Hausbau infrage. Eine Dichte zwischen 90 und 120 kg/m³ ist zwingend vorgeschrieben. Auf einen möglichst geringen Sauerstoffgehalt zwischen den Halmen kommt es an. Damit besteht das Baumaterial Stroh jeden Entflammbarkeitstest mindestens 30 Minuten lang und kann so in die Kategorie „normal entflammbar“ eingestuft werden. – Die Voraussetzung für die baurechtliche Zulassung von Stroh als Baumaterial, die seit dem Jahr 2006 offiziell besteht.

Die in das Holzständerwerk eingebrachten Strohballen müssen verputzt werden. Für die Innenseite eignet sich Lehm in mehreren Schichten – entweder direkt oder auf einen Putzträger aufgetragen. Für außen zum Beispiel bietet sich ein Kalkputz an oder eine entsprechende Verschalung, die das Stroh vor Feuchtigkeit schützt. Gepresst und beidseitig verputzt bietet die Strohballenwand dann auch Schimmelbefall und Schädlingen keine Angriffsmöglichkeit. Im Übrigen: Lehm im Inneren des Hauses sorgt gleichzeitig für ein angenehmes und gesundheitsförderndes Raumklima.